in einem Bild festhalten…

Lasse ich mich nicht…Lieber sprenge ich den Rahmen!!!!!

Die Geschichte von der Mißverstandenen Kunst des Zeichnens

Es war einmal ein Mann der beschloß seinem Leben,seiner Welt und Wahrnehmung eine Ordnung und Definition zu geben…

Er nahm die weißen diffusen Flecken seiner Vorstellungskraft und legte sie zurecht DIN genormt und Blütenweiß, akkurat gestapelt, sorgfälltig gerahmt ,nummeriert und  versah sie mit Tabellen, Listen, Statistiken und analysen

Er spitze sorgfälltigst seine zwei einzigen Stifte -einen Schwarzen und einen Weißen-und fing an….

Alles nach seinem Bilde zu schaffen,die „spreu vom weizen“ zu trennen und schwarz und weiß  festzulegen,so daß er – falls es sich als notwendig erweisen sollte – zur weiteren Lebensplanung,  jederzeit zurückgreifen konnte auf seine unerschütterlichen Realitäten, auf Papier festgelegten Wahrheiten…Was er aber nicht bemerkte ,war die Tatsache, daß der weiße Stift auf den weißen Blättern nicht zu sehen war…auch daß der schwarze Stift den Weißen beim Zeichnen meistens überdeckte, schien nicht seine Aufmerksamkeit zu erregen…Warum auch? hatte er doch alles ordentlich und sauber,akkurat geplant überprüft und kontrolliert.

Fehler oder Abweichungen konnte es nicht geben…Farb- oder Hell-Dunkelschattierungen hätten vielleicht Differenzierungen möglich gemacht…Da jene aber für Verwirrung und „Unordnung“ gesorgt hätten, passten sie natürlich nicht in sein Konzept einer geordneten Welt…

Eines Tages nahm er sich ein neues weißes Blatt und nannte es Ehefrau…

Er suchte sich eine Frau aus…Setzte sich hin und fing an zu zeichnen…schwarz auf weiß…Verglich die Frau mit seiner Zeichnung und stellte fest…Oh! Jammer!…Das die Frau gar nicht seiner Zeichnung gleichen wollte, nicht nur das ,sie neigte auch dazu den Rahmen seiner DIN-Blätter zu sprengen und wies in ihrem Verhalten undefinierbares Chaos, weder ausschließlich Schwarzes noch weißes auf, monströse Abweichungen,Schattierungen, Gefühlsregungen .

Da konnte er machen was er wollte und tat es mit aller Kraft…sie war ein IRRTUM…Das es galt zu korrigieren…Mehr Details in der Zeichnung mußten her damit sie sich besser daran orientieren sollte und das Blatt wurde Schwarz und schwärzer…Die Frau Mußte der Ordnung ,der Realität, der Wahrheit und ihrer Zeichnung angeglichen werden…Das Blatt wurde Schwarz und schwärzer…

So viel Mühe er sich auch gab sie in die richtigen Bahnen zu führen…Immer fand sich etwas was, daß das Erreichen eines perfekten Abbildes seines Verständnisses einen Strich durch die Rechnung machte.In seiner Ratlosigkeit beschloß der Mann: So ist sie!…und schwärzte das ganze Blatt ein…Weißes hatte kein Chance mehr

sie war,was sie war… sie war, ein NICHT gut  ALLES schlecht…

Das Schwarze bohrte sich wie eine Keil in ihn hinein und drohte seine Wohlgeordnete Schöpfung ins wanken zu bringen

DAS DURFTE NICHT SEIN…

Und das Blatt wurde -kurzerhand und der Ordnung halber-neben einer ganzen Anzahl anderer Blätter in ein Fach mit der Aufschrift erledigt verbannt.

Einen Blick an seine Seite wo sie Stand, hielt er  für zu abweichlerisch…schade ..Dann hätte er gesehen,daß sie ein Radiergummi und eine ganze schachtel bunter Stifte so wie Paletten voller Farben in den Händen hatte, die sie verzweifelt versuchte ihm zu zu reichen…

und wenn ich nicht gestorben bin ,so lebe ich noch weiter

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter home veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Gedanken zu „in einem Bild festhalten…

  1. Man sagte mir, alle Gefühle seien weiß oder schwarz oder dazwischen also grau.
    Aber es kamen gelbe dazu, rote, violette, braune und sogar zweifarbige.
    Ich war ratlos, bis ich erfuhr, daß die meisten Menschen ihre farbigen Gefühle verdrängen, so das nur schwarz, weiß und grau verbleiben kann.
    Ich spüre aber, daß man mit einer ganzen Farbpalette bunter malen kann, als nur mit einem Bleistift.

    Kopf hoch!

  2. Ach, Mensch Anouk…

    Du hast da ein ganz wunderbares Gleichnis geschrieben!
    — Hat Dein Mann sich das mal in Ruhe durchgelesen, oder ist er inzwischen gar nicht mehr ansprechbar?
    Wie paßt denn so etwas in sein religiöses Weltbild — Gott ist doch auch nicht so engstirnig und beurteilt „seine“ Menschen nicht auf so lieblose Weise — jedenfalls meiner bescheidenen Meinung (und Hoffnung) nach…!

    Ich schließe mich Susanns Aussagen an und wünsche Dir ganz viel Kraft und Mut für die kommende Zeit!

    Liebe Grüße von Gesa

  3. Schade eigentlich, dass der Mann Scheuklappen aufhat. Die Welt ist bunt und voller Leben – mit schwarz-weiß verbinde ich eher das Gegenteil… 😦

    Vielleicht solltest du deine eigenen Bilder malen?

    Ganz lieben Gruß,
    Susann

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s